Mykola Harbar

Der ukrainische Zivilist Mykola Harbar befindet sich in russischer Gefangenschaft

Mykola Harbar war ein ukrainischer Zivilist und wurde am 17. August 2022 vom russischen Militär verhaftet. Vor seiner russischen Gefangenschaft arbeitete Mykola als Mechanisator in der Landwirtschaft. Er war verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Ukrainischer Landwirt in russischer Gefangenschaft verstorben

Politischer Pate: Hessischer Landtagsabgeordneter Max Schad (CDU)

Mykola Harbar
Geburtsdatum: 5. Oktober 1969

Verschleppt seit: 17. August 2022

Letzter Aufenthaltsort: Dorf Nowokajiry, Region Cherson

Vermutlich im September 2024 verstorben.

Mykola Harbar kommt aus der Region Cherson, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Vor seiner russischen Gefangenschaft arbeitete er als Mechanisator in der Landwirtschaft.

Verschleppung
Nach der Besetzung seines Heimatdorfes am 9. März 2022 verließ die Familie das Heimatdorf, Mykola blieb aber zurück und arbeitete weiter auf dem Bauernhof. Die Familie telefonierte täglich miteinander, aber ab dem 16. August 2022 war Mykola nicht mehr erreichbar. Eine Nachbarin sagte, dass am 17. August das russische Militär zu Mykolas Haus kam und ihn an einen unbekannten Ort mitnahm. Nachdem Mykola verschleppt wurde, wollte die Nachbarin nach dem Haus sehen und fand es unverschlossen vor. Im Haus fand sie einen offenen leeren Safe und Mykolas leeres Portemonnaie. Sein Personalausweis war ebenfalls verschwunden.

Mykolas Frau glaubt, dass der neue Dorfvorsteher Oleksandr Posdnejew, der die Russen aktiv unterstützte und sich oft mit Mykola stritt, an der Verhaftung ihres Mannes beteiligt gewesen sein könnte. Mykolas Familie und Freunde suchten in den Städten Nowa Kachowka und Beryslaw (Region Cherson) nach ihm, konnten ihn aber nicht finden.

Nach seiner Entführung versuchten seine Bekannten, von den örtlichen Besatzungsbehörden etwas über seinen Verbleib zu erfahren, erhielten aber keine Informationen. Stattdessen wurden sie eingeschüchtert, bedroht und seiner Frau wurde gesagt, Mykolas Familie könne ihn vergessen.

Seit seiner Verschleppung wusste die Familie von Mykola Harbar nichts über sein Schicksal. Am 13. März 2025 erhielt seine Frau dann die traurige und erschreckende Nachricht, dass Mykola nicht mehr am Leben ist. Im September 2024 wurden die Überreste einer nicht identifizierten Leiche gefunden und Mykolas Frau beantragte einen DNA-Test zur Überprüfung, der zu 99% übereinstimmte. Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass der Oberarmknochen, der Oberschenkelknochen und das Schienbein des Mannes gebrochen waren. In der Spalte „Todesumstände“ wurde vermerkt, dass Harbar während der Inhaftierung vom russischen Militär gefoltert und getötet wurde.

Stand: März 2025

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Weitere ukrainische Zivilgefangene

Oleh Platschkow

Oleh Platschkow wurde am 25. September 2023 zusammen mit seiner, in der Gefangenschaft verstorbenen, Frau in Melitopol von russischen Kräften verschleppt. Seitdem wird der Zivilist ohne offiziellen Rechtsstatus oder Kontakt zur Außenwelt festgehalten, wobei sein aktueller Aufenthaltsort im Untersuchungsgefängnis Nr. 8 auf der Krim vermutet wird.

Ljudmila Kolesnikowa

Ljudmila Kolesnikowa wurde im Juni 2024 nach der Beerdigung ihrer an Krebs verstorbenen Mutter auf der besetzten Krim festgenommen. Ein russisches Besatzungsgericht verurteilte die ukrainische Zivilistin wegen angeblichen Hochverrats zu 17 Jahren Haft.

Bohdan Ziza

Bohdan Ziza wurde am 16. Mai 2022 wegen seiner proukrainischen Haltung gefangen genommen. Er bespritzte das Rathaus von Jewpatorija mit gelber und blauer Farbe als symbolischen Protest gegen den Krieg, unter Einsatz seiner Freiheit. Bohdan wurde zu 15 Jahren Haft in einer Hochsicherheitsstraflager verurteilt.

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